Wir gehen auf Weltreise

Wir sind Jana und Alf. Seit heute sind wir Backpacker und Globetrotter. Hier auf unserem Reiseblog möchten wir euch von unseren Erlebnissen erzählen. In diesem Artikel erfahrt Ihr einiges über die Beweggründe, die Vorbereitungen und die Zeit bis zum Start unserer Weltreise.

Vor zwei Jahren bei einer Vietnam-Reise mit Freunden kam in mir der Wunsch auf zu reisen. Ein gutes Jahr später habe ich mein Haus und meine Firma verkauft und den Schritt gewagt, mein Leben auf den Rucksackinhalt zu minimieren.

Goodbye DCN
Goodbye DCN – Image Credit: Alf Drollinger, DCN GmbH

Ich war 20 Jahre selbständig bzw. Geschäftsführer der DCN GmbH, einer Web-Agentur und hatte daher nicht oft Gelegenheit in fernen Ländern zu verweilen. Der Abschied von der Firma fiel mir nicht leicht, da ich mich gleichzeitig von meinen Kollegen trennen musste, die auch gute Freunde für mich sind. DCN war in den letzten Jahren wie eine Familie für mich.

Meine Krankheit

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits schwer krank, merkte aber noch nicht viel davon. Ich hatte zwar bereits seit Monaten Schmerzen, dachte aber an Burnout und Nebeneffekte vom vielen Sitzen und in flimmernde Bildschirme starren. Dann kam alles schlimmer.

Borreliose und Antibiose stehen mir nicht tut – Image Credit: Hab ich verdrängt

Die Diagnose Neuro-Borreliose wurde nach einem Blutbefund zu meiner neuen Fessel. Ich hatte mich gerade erst von allen anderen entledigt. In einem späteren Artikel werde ich euch mehr zur Borreliose und dem Reisen mit dieser Krankheit erzählen.

Unser Kennenlernen

Doch irgendwie hatte alles seinen Grund, denn auf dem Rückweg von meinen Heilreisen nach Hamburg habe ich Jana kennengelernt. Sie war meine Sitznachbarin im Flixbus und fand mich mit meinen zwei Rucksäcken gleich interessant.

Kennenlernen in Hamburg
Kennenlernen in Hamburg – Image Credit: Selbstauslöser

Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten und bemerkten, dass wir beide Veganer sind, wollten wir uns in Karlsruhe schon ungern wieder trennen. Bereits einige Wochen später bin ich bei ihr in Rastatt eingezogen.

Aufgrund Ihrer Ausbildung und meiner Erkrankung rückten die Reisepläne etwas in die Ferne. Gemeinsam sind wir nach Hamburg, Amsterdam und Italien um unsere Reiselust zu stillen. Aber das Reisefieber blieb und hatte Jana bereits angesteckt.

So haben wir nicht aufgehört zu planen und zu überlegen, wann denn der passende Zeitpunkt für den Start in die Welt wäre. Nach der Ausbildung und nach meiner Therapie? Doch das Leben hatte andere Pläne mit uns. Jana konnte ihre Ausbildung aus anderen Gründen nicht weiterführen. Somit haben wir ihre Wohnung gekündigt und einen weiteren Rucksack gefüllt. 

Die Vorbereitungen

Minimalismus ist Trumpf. Es ist einfach sinnvoll, wenig zu besitzen, wenn man es die ganze Zeit auf dem Rücken tragen muss. Nachdem der Verkauf des Hauses und der Firma klar war, habe ich in einem Hausflohmarkt alles in gute Hände übergeben und noch ein paar Euro für die Reisekasse zusammen bekommen. Am meisten Freude hat mir die Vernichtung nicht mehr benötigter Akten gemacht.

Jana hat es später ähnlich gemacht und viele Dinge an Freunde verschenkt.

Balast abzuwerfen tut gut und wenn man mal damit angefangen hat, spürt man wie alles leichter wird.

Trotzdem gibt es viele Ausrüstungsgegenstände, die man als Weltreisender benötigt und das meiste davon, in Anzahl und Gewicht, ist für unsere Arbeit als Reiseblogger. Auch hier werden wir noch einige Artikel für euch schreiben, die sich mit unserer Packliste und dem Reise-Equipment befassen. Wir haben schließlich selbst viele Artikel gelesen und uns monatelang damit befasst.

Der zweite Teil der Vorbereitungen ging sehr viel schneller. Die eigentliche Reiseplanung hat sich darauf beschränkt, wo wir anfangen werden. Da ich von meiner Krankheit geschwächt war, fiel mein favorisiertes Fortbewegungsmittel, das Fahrrad, leider aus. Auch zu Fuß war im Dezember aus Deutschland kein Start möglich, obwohl wir oft darüber nachgedacht haben und auch immer wieder in Reiseberichte geschwelgt haben und unsere Tour in ferne Länder durch heimische Gefilde sehr gut vorstellen konnten. Also blieb noch Bus und Bahn oder eben ein Flug. Auch wenn wir auf letzteres gerne verzichtet hätten und uns sogar ein bisschen dafür schämen, hatten wir keine bessere Idee. Die Transsibirische Eisenbahn war zwar lange auf dem Prüfstand aber heute bin ich froh, dass Jana so vehement dagegen war. Ich hätte diese „Tortour“ nicht gut überstanden.

Die letzten Amtsgänge waren das Landratsamt Karlsruhe und das Thailändische Konsulat in Stuttgart. Ein internationaler Führerschein ist in den meisten Ländern notwendig, um einen Roller oder größeres fahren zu dürfen. Das Visum für Thailand ist ab 30 Tagen sinnvoll und die wollten wir von vorneherein überschreiten. Auch hier wird noch ein Extra-Artikel fällig, denn unsere Erfahrungen im Konsulat sind interessant und lustig zugleich.

Etwas komplizierter war und ist noch das Thema Krankenversicherung und Abmeldung aus Deutschland. Da habe vor allem ich einen taktischen Fehler begangen, der auch drei Monate später noch für Ärger sorgt. Ich hätte mich gleich abmelden und die Versicherungen kündigen sollen. Warum das so ist und wie es funktioniert ist aber auch eine separate Geschichte, die wir in einer ganzen Artikel-Serie erklären möchten.

Der Abschied

Ein sehr schwieriges und langwieriges Kapitel war der Abschied von Freunden, Familie und natürlich den Hundis. Es sind einige Tränen geflossen und die Ungewissheit hat sich in vielen Fragen gezeigt: Wann kommt ihr wieder? Wo werdet ihr schlafen? Was ist, wenn ihr kein Geld mehr habt? Und wenn euch da keiner versteht? Vor allem bei Kindern ist es schwierig, keinen zeitlichen Horizont zu haben, der ihnen Gewissheit gibt.

Die offizielle Abschiedsparty gab es nie, trotzdem haben sich kurzfristig einige Freunde eingefunden, die in der kleinen Einliegerwohnung in Ittersbach tschüss gesagt haben. Das war richtig schön und wir hoffen, dass das ein oder andere wir-kommen-euch-besuchen-Versprechen irgendwann eingelöst wird.

Von Köln nach Phuket

Eigentlich wollten wir wie gesagt gar nicht fliegen. Erstens finden wir es ökologisch nicht vertretbar, einfach mit dem Flieger durch die Welt zu jetten und zweitens überfliegt man schnell mal tolle Orte, die man besser erlebt hätte. Da wir dringend in ein Land wollten, in dem das Klima mir zugutekommt, war dieser Weg aber unumgänglich. Genau zum richtigen Zeitpunkt haben wir bei Skyscanner den passenden Flug gefunden. Im Dezember für 200 Euro pro Person von Köln nach Phuket. Das ist einzigartig und unschlagbar. Gebucht.

Am 9.12.2017 haben uns meine Eltern nach Karlsruhe gefahren, wo wir mit dem Flixbus, wie könnte es anders sein, nach Köln gekommen sind. Von dort ging unsere Eurowings-Maschine im Schneegestöber nach Phuket. Während des 10-stündigen Direktflugs kam übrigens auch die vermisste Reiselust, die uns auch über Monate nicht verloren gehen sollte.

Flug von Köln nach Phuket mit Schnee – Image credit: Alfs Arm, Catch Life

An dieser Stelle vielen Dank an meine Eltern, die besten Eltern der Welt. Nicht nur für diesen einen Shuttle-Service. Ihr habt unsere Pläne von Anfang an unterstützt und uns ermutigt diesen großen Schritt zu gehen. Ich liebe euch, Keks euch auch.

Wie es weitergeht

Im nächsten Artikel erzählen wir euch von unseren ersten Tagen in Südostasien und den Eindrücken, die wir beide hatten. Jana ist ja zum ersten Mal in Asien (wenn man die Geburt und die ersten zwei Jahre außer acht lässt), ich bin das erste Mal in Thailand. Da gibt es schon einige neue Eindrücke. Wir freuen uns darauf, wenn ihr ein Stück mit uns reist und ganz besonders auf eure Kommentare.

Sawasdee,
Jana und Alf

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