Phuket hat einen schlechten Ruf, wenn eine ruhige, familienfreundliche Strandlage gesucht ist. Man kennt den Patong Beach und den Karon Beach, den Naiyang Beach dagegen kennt fast keiner. Für uns war der wunderschöne und ruhige Strand beim Phuket Airport der optimale Start unserer Weltreise. Die gebuchten drei Nächte haben wir deshalb um zwei Nächte verlängert.

Zum Glück sind wir mit unserem Blog in Verzug und schreiben diesen Artikel erst jetzt. Wir waren nun drei Monate in Thailand und einen Monat in Kambodscha unterwegs. So haben wir einen Vergleich, was Unterkunft, Essen und Preise betrifft. Nach vielen Stränden, Inseln und Unterkünften denken wir immer noch gerne an den Naiyang Beach zurück. Viele Dinge, wie die Freundlichkeit der Menschen, das günstige und gute Essen und die blitzsaubere Unterkunft wissen wir heute um so mehr zu schätzen.

Baden in der Flugschneise

Plane at Phuket Airport, Naiyang Beach - Image Credit: IamDoctorEgg / Shutterstock.com
Plane at Phuket Airport, Naiyang Beach – Image Credit: IamDoctorEgg / Shutterstock.com

Der Naiyang Beach liegt direkt am Phuket Airport und man sieht die Flugzeuge manchmal im Minutentakt ankommen. Wir haben trotzdem drei Tage gebraucht, die Nähe des Flughafens überhaupt zu bemerken, denn die Wellen schlucken den Fluglärm ohne Probleme. In unseren 10 Gehminuten entfernten Unterkunft waren die Flugzeuge nicht zu hören.

Direkt in der Flugschneise baden zu gehen ist natürlich etwas lauter, aber dafür geben die großen Flieger einem den Extra-Badekick. Wir haben es nicht ausprobiert und uns lieber um die Ecke gelegt, wo es ruhiger und auch schattiger war. Man verbrennt hier sehr schnell in der Sonne und auf Sonnencreme wollten wir erst einmal verzichten.

Wunderschöner Badestrand, der einsame Naiyang Beach

Der Naiyang Beach ist wunderschön, sehr sauber und überraschend leer. Das türkisblaue Wasser hat angenehme Badetemparatur. Man kann weit auf dem leicht gröberen Sand rauslaufen und perfekt schwimmen am Naiyang Beach. 

An manchen Strandabschnitten ist man für einige Zeit alleine. Der vordere Bereich des Strandes liegt direkt an der Flugschneise zum Phuket Airport. Trotz Fluglärm ist es dort oft mehr los als ein Stück weiter, dort wo die Wellen die einzige Geräuschkulisse sind. Einige Zeit haben wir dort an einem schönen Schattenplatz alleine verbracht. Erst im hinteren Bereich, wo auch einige schöne Strand-Restaurants und eine handvoll Resorts zu finden sind, ist wieder etwas mehr los.

Keks at Naiyang Beach in Phuket
Keks am Naiyang Beach in Phuket

Sauberer und familienfreundlicher Strand

Die Sauberkeit kommt nicht von ungefähr, erstens gehört der Naiyang Beach zum Sirinat National Park und zweitens gibt es regelmäßige Reinigungsaktionen, bei denen angespültes Strandgut und vor allem liegengebliebene Überreste eingesammelt werden. Wir haben uns sehr gerne daran beteiligt. Wer sich darüber informieren möchte, findet aktuelle Aktionen in der Green Nai Yang Group auf Facebook.

Der Strand ist familienfreundlich, schließlich gibt es auch keine Feiermeile wie am Patong Beach.  Es gibt allerdings eine ganze Menge friedliche Strandhunde, die bei ihrer Siesta manchmal nicht gestört werden möchten.

Keks am Naiyang Beach
Keks am Naiyang Beach

Garküchen und Frühstücksuppe

Die Restaurants direkt am Strand waren für uns Backpacker etwas zu teuer, für zwei Gerichte und zwei Wasser ist man dort schnell 10-15 € los. Wir sind lieber ein paar hundert Meter die Thep Krasat Tri-Nai Yang Road in das muslimische Vorörtchen Ban Wong Li gelaufen, da kostet alles die Hälfte und schmeckt auch leckererer. Angenehmer Nebeneffekt: man unterstützt kleine Garküchen und einheimische Familien anstelle großer Resorts oder Investment-Gruppen. Etwas, was wir in unserem Travel-Codex inzwischen ausgearbeitet haben.

Die Khao Tom Soup in veganer Ausführung ohne Fleisch, Fisch oder Ei kostet nur sensationelle 10 Baht (ca. 30 cent). Mit etwas Mango-Klebreis, für 5 Baht zum Nachtisch, hält das Frühstück den ganzen Tag an. Einmal hatten wir jeder zwei Suppen, da war aber dann auch echt die Füllgrenze erreicht.

Wasser und alle Möglichkeiten zum Nachschärfen stehen auf dem Tisch, wie wir es von guten Straßenküchen inzwischen gewohnt sind. Das Frühstücksangebot gilt übrigens für Frühaufsteher ab 5:30 und endet für Langschläfer erst am späten Vormittag. Wer sicher sein will, geht lieber vor 10:00 Uhr hin.

Wenn die Suppe ausverkauft ist, ist es in Ban Wong Li ruhig. Um die Mittagszeit ruht ganz Ban Wong Li sich aus. Vom Nachmittag bis in die späten Abendstunden findet man dort gute Straßenküchen mit Pad Thai und Gebratenen Reis, beides ohne Fisch und Ei für 50 Baht (ca. 1,50 Euro) und Roti mit Banane, den typischen thailändischen Pfannkuchen für 40 Baht. An den Obstständen bekommt man für 100 Baht einen Arm voll Bananen, 1 Pfund Drachenfrucht, 1 Pfund Charon und eine Mango. Mehr über thailändische Früchte übrigens bald hier im Blog.

In Ban Wong Li haben wir übrigens auch zum ersten Mal unsere Wäsche gewaschen. Viel haben wir ja nicht dabei, wie ihr bald auf unserer Packliste sehen werdet. Der Wäsche Self-Service kostete 20 Baht, das flüssige Waschmittel 10 Baht also knapp einen Euro zusammen. Aufhängen konnten wir die Wäsche in unserer Unterkunft dem Baan Rom Pruk. Komfortable Unterkunft mit sehr freundlichen Gastgebern. Das Baan Rom Pruk empfehlen wir euch auch gerne weiter. In unserem Artikel Start in Thailand gibt es ein paar Bilder und Infos zu den Bungalows.

Die ersten Bilder und Videos

Am Naiyang Beach haben wir auch das meiste Equipment zum ersten Mal richtig getestet. Wir hatten viele der technischen Ausrüstungsgegenstände recht kurzfristig erst bekommen. Insbesondere auf die Sony Alpha 7 S II mit dem Motorzoom und die GoPro Fusion 360 Grad Kamera waren wir gespannt. Die ersten Bilder seht ihr bereits. Die Videos kommen bald.

Als wir am Mittwoch vom Strand kamen, war die Straße ungewohnt belebt. Ein paar hundert Meter vom Strand entfernt haben wir dann erkannt, warum so viele Autos und Moppeds unterwegs sind. Es ist Markt. Der Markt am Naiyang Beach ist zwar nicht riesig und die vegetarischen bzw. veganen Möglichkeiten sind dort sehr eingeschränkt, aber immerhin konnten wir uns günstig mit Obst eindecken. Für das Kilo gelbe Mangos 80 Baht war natürlich ein Traum für uns. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, täglich Ananas, Mango und Kokosnuss zu essen.

Fruits at Naiyang Beach Market
Früchte am Naiyang Beach Markt

Der Markt ist übrigens immer Mittwochs und Freitags abends, an allen anderen Tagen gibt es nur einen einzigen Stand mit etwas Obst. Für größere Auswahl muss man nach Ban Wong Li.

Die Fahrt nach Phuket City

Unsere Gastgeberin war es auch, die uns für 500 Baht nach Phuket City gebracht hat. Das ist fair. Am Flughafen zahlt man zwischen 600 und 800 Baht. Sie hat uns direkt zu unserer nächsten Unterkunft gebracht und ist erschrocken, was wir uns für eine Unterkunft in Phuket City gebucht haben. Ihr werdet auch Augen machen im nächsten Artikel.

Wir gehen auf Weltreise

Wir sind Jana und Alf. Seit heute sind wir Backpacker und Globetrotter. Hier auf unserem Reiseblog möchten wir euch von unseren Erlebnissen erzählen. In diesem Artikel erfahrt Ihr einiges über die Beweggründe, die Vorbereitungen und die Zeit bis zum Start unserer Weltreise.

Vor zwei Jahren bei einer Vietnam-Reise mit Freunden kam in mir der Wunsch auf zu reisen. Ein gutes Jahr später habe ich mein Haus und meine Firma verkauft und den Schritt gewagt, mein Leben auf den Rucksackinhalt zu minimieren.

Goodbye DCN
Goodbye DCN – Image Credit: Alf Drollinger, DCN GmbH

Ich war 20 Jahre selbständig bzw. Geschäftsführer der DCN GmbH, einer Web-Agentur und hatte daher nicht oft Gelegenheit in fernen Ländern zu verweilen. Der Abschied von der Firma fiel mir nicht leicht, da ich mich gleichzeitig von meinen Kollegen trennen musste, die auch gute Freunde für mich sind. DCN war in den letzten Jahren wie eine Familie für mich.

Meine Krankheit

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits schwer krank, merkte aber noch nicht viel davon. Ich hatte zwar bereits seit Monaten Schmerzen, dachte aber an Burnout und Nebeneffekte vom vielen Sitzen und in flimmernde Bildschirme starren. Dann kam alles schlimmer.

Borreliose und Antibiose stehen mir nicht tut – Image Credit: Hab ich verdrängt

Die Diagnose Neuro-Borreliose wurde nach einem Blutbefund zu meiner neuen Fessel. Ich hatte mich gerade erst von allen anderen entledigt. In einem späteren Artikel werde ich euch mehr zur Borreliose und dem Reisen mit dieser Krankheit erzählen.

Unser Kennenlernen

Doch irgendwie hatte alles seinen Grund, denn auf dem Rückweg von meinen Heilreisen nach Hamburg habe ich Jana kennengelernt. Sie war meine Sitznachbarin im Flixbus und fand mich mit meinen zwei Rucksäcken gleich interessant.

Kennenlernen in Hamburg
Kennenlernen in Hamburg – Image Credit: Selbstauslöser

Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten und bemerkten, dass wir beide Veganer sind, wollten wir uns in Karlsruhe schon ungern wieder trennen. Bereits einige Wochen später bin ich bei ihr in Rastatt eingezogen.

Aufgrund Ihrer Ausbildung und meiner Erkrankung rückten die Reisepläne etwas in die Ferne. Gemeinsam sind wir nach Hamburg, Amsterdam und Italien um unsere Reiselust zu stillen. Aber das Reisefieber blieb und hatte Jana bereits angesteckt.

So haben wir nicht aufgehört zu planen und zu überlegen, wann denn der passende Zeitpunkt für den Start in die Welt wäre. Nach der Ausbildung und nach meiner Therapie? Doch das Leben hatte andere Pläne mit uns. Jana konnte ihre Ausbildung aus anderen Gründen nicht weiterführen. Somit haben wir ihre Wohnung gekündigt und einen weiteren Rucksack gefüllt. 

Die Vorbereitungen

Minimalismus ist Trumpf. Es ist einfach sinnvoll, wenig zu besitzen, wenn man es die ganze Zeit auf dem Rücken tragen muss. Nachdem der Verkauf des Hauses und der Firma klar war, habe ich in einem Hausflohmarkt alles in gute Hände übergeben und noch ein paar Euro für die Reisekasse zusammen bekommen. Am meisten Freude hat mir die Vernichtung nicht mehr benötigter Akten gemacht.

Jana hat es später ähnlich gemacht und viele Dinge an Freunde verschenkt.

Balast abzuwerfen tut gut und wenn man mal damit angefangen hat, spürt man wie alles leichter wird.

Trotzdem gibt es viele Ausrüstungsgegenstände, die man als Weltreisender benötigt und das meiste davon, in Anzahl und Gewicht, ist für unsere Arbeit als Reiseblogger. Auch hier werden wir noch einige Artikel für euch schreiben, die sich mit unserer Packliste und dem Reise-Equipment befassen. Wir haben schließlich selbst viele Artikel gelesen und uns monatelang damit befasst.

Der zweite Teil der Vorbereitungen ging sehr viel schneller. Die eigentliche Reiseplanung hat sich darauf beschränkt, wo wir anfangen werden. Da ich von meiner Krankheit geschwächt war, fiel mein favorisiertes Fortbewegungsmittel, das Fahrrad, leider aus. Auch zu Fuß war im Dezember aus Deutschland kein Start möglich, obwohl wir oft darüber nachgedacht haben und auch immer wieder in Reiseberichte geschwelgt haben und unsere Tour in ferne Länder durch heimische Gefilde sehr gut vorstellen konnten. Also blieb noch Bus und Bahn oder eben ein Flug. Auch wenn wir auf letzteres gerne verzichtet hätten und uns sogar ein bisschen dafür schämen, hatten wir keine bessere Idee. Die Transsibirische Eisenbahn war zwar lange auf dem Prüfstand aber heute bin ich froh, dass Jana so vehement dagegen war. Ich hätte diese „Tortour“ nicht gut überstanden.

Die letzten Amtsgänge waren das Landratsamt Karlsruhe und das Thailändische Konsulat in Stuttgart. Ein internationaler Führerschein ist in den meisten Ländern notwendig, um einen Roller oder größeres fahren zu dürfen. Das Visum für Thailand ist ab 30 Tagen sinnvoll und die wollten wir von vorneherein überschreiten. Auch hier wird noch ein Extra-Artikel fällig, denn unsere Erfahrungen im Konsulat sind interessant und lustig zugleich.

Etwas komplizierter war und ist noch das Thema Krankenversicherung und Abmeldung aus Deutschland. Da habe vor allem ich einen taktischen Fehler begangen, der auch drei Monate später noch für Ärger sorgt. Ich hätte mich gleich abmelden und die Versicherungen kündigen sollen. Warum das so ist und wie es funktioniert ist aber auch eine separate Geschichte, die wir in einer ganzen Artikel-Serie erklären möchten.

Der Abschied

Ein sehr schwieriges und langwieriges Kapitel war der Abschied von Freunden, Familie und natürlich den Hundis. Es sind einige Tränen geflossen und die Ungewissheit hat sich in vielen Fragen gezeigt: Wann kommt ihr wieder? Wo werdet ihr schlafen? Was ist, wenn ihr kein Geld mehr habt? Und wenn euch da keiner versteht? Vor allem bei Kindern ist es schwierig, keinen zeitlichen Horizont zu haben, der ihnen Gewissheit gibt.

Die offizielle Abschiedsparty gab es nie, trotzdem haben sich kurzfristig einige Freunde eingefunden, die in der kleinen Einliegerwohnung in Ittersbach tschüss gesagt haben. Das war richtig schön und wir hoffen, dass das ein oder andere wir-kommen-euch-besuchen-Versprechen irgendwann eingelöst wird.

Von Köln nach Phuket

Eigentlich wollten wir wie gesagt gar nicht fliegen. Erstens finden wir es ökologisch nicht vertretbar, einfach mit dem Flieger durch die Welt zu jetten und zweitens überfliegt man schnell mal tolle Orte, die man besser erlebt hätte. Da wir dringend in ein Land wollten, in dem das Klima mir zugutekommt, war dieser Weg aber unumgänglich. Genau zum richtigen Zeitpunkt haben wir bei Skyscanner den passenden Flug gefunden. Im Dezember für 200 Euro pro Person von Köln nach Phuket. Das ist einzigartig und unschlagbar. Gebucht.

Am 9.12.2017 haben uns meine Eltern nach Karlsruhe gefahren, wo wir mit dem Flixbus, wie könnte es anders sein, nach Köln gekommen sind. Von dort ging unsere Eurowings-Maschine im Schneegestöber nach Phuket. Während des 10-stündigen Direktflugs kam übrigens auch die vermisste Reiselust, die uns auch über Monate nicht verloren gehen sollte.

Flug von Köln nach Phuket mit Schnee – Image credit: Alfs Arm, Catch Life

An dieser Stelle vielen Dank an meine Eltern, die besten Eltern der Welt. Nicht nur für diesen einen Shuttle-Service. Ihr habt unsere Pläne von Anfang an unterstützt und uns ermutigt diesen großen Schritt zu gehen. Ich liebe euch, Keks euch auch.

Wie es weitergeht

Im nächsten Artikel erzählen wir euch von unseren ersten Tagen in Südostasien und den Eindrücken, die wir beide hatten. Jana ist ja zum ersten Mal in Asien (wenn man die Geburt und die ersten zwei Jahre außer acht lässt), ich bin das erste Mal in Thailand. Da gibt es schon einige neue Eindrücke. Wir freuen uns darauf, wenn ihr ein Stück mit uns reist und ganz besonders auf eure Kommentare.

Sawasdee,
Jana und Alf

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