Vom Traumstrand zum Albtraum

Vom Naiyang Beach ging es weiter nach Phuket City. Wir wollten nach den gemütlichen Strandtagen etwas mehr Action. Aber vor allem haben uns die Tempel, die berühmten Strände Patong und Karon Beach sowie Phuket Old Town interessiert. Doch schon bei der Ankunft waren wir ein kleines bisschen geschockt.

Die Fahrt nach Phuket City dauerte fast eine Stunde, war sehr komfortabel und mit 500 Baht außerordentlich fair, die unsere Gastgeberin im Baan Rom Pruk dafür berechnet hat. Diesen Preis wird man direkt am Flughafen wahrscheinlich nicht bekommen, etwa 600-800 Baht sollten üblich sein. Der Airport-Bus hätte uns für 200 Baht gebracht. Vom Bus-Terminal zum Hostel in der glühenden Hitze eine Stunde mit vollem Gepäck, das haben wir uns aber lieber auf diese Weise erspart. Noch sind wir ja am eingewöhnen.

In Phuket City erwarten uns erst einmal einige Überraschungen. Zum ersten mal asiatisches Stadtleben mit Straßenhunden, Lärm und Gestank war schon viel für Jana. Aber die größte Überraschung war unsere neue Unterkunft, die wir hier nicht namentlich nennen möchten. Vorweg, wir sprechen unseren Gastgebern in Phuket City keine Empfehlung aus.

Die Absteige

Der Eingang zum Hotel ging durch das Restaurant, in dem keine Menschenseele zu sehen war. Dafür wurde einem schlecht von dem üblen Geruch, den wir zuerst nicht zuordnen konnten. Erst später am Abend haben wir die vergammelte Durian entdeckt, die ihrem Namen „Stinkfrucht“ zur Ehre diesen ekelerregenden Gestank im ganzen Haus verteilte.

Etwas widerwillig und lustlos führte uns ein Junge zu unserem Zimmer. Auf den ersten Blick war der Raum sauber. Er enthielt nicht mehr als eine Matratze, einen Mülleimer, eine wackelige Kleiderstange und einen Wandventilator. Also haben wir eingecheckt und unsere Gastgeberin und Taxifahrerin dankbar verabschiedet. Sie war noch so lange bei uns geblieben um sicher zu gehen, dass wir gut versorgt sind. Liebe Menschen im Baan Rom Pruk. Unsere ersten Gastgeber am Naiyang Beach können wir wirklich empfehlen.

Unser Zimmer in Phuket City

Die auf dem Boden liegende Matratze ist mit ungewaschener Bettwäsche überzogen. Der muffige Geruch und die Flecken sind nicht gerade einladend. Wir beschließen für ein erstes Nickerchen mal die Hüttenschlafsäcke rauszuholen. Genau dafür haben wir sie gekauft. Die Hitze im Raum ist übel, also zuerst auf die Toilette und abduschen.

Die Toiletten sind für uns Europäer gewöhnungsbedürftig. Es gibt kein Klopapier und wenn man welches hätte, dürfte man es nicht in die Schüssel werfen, sondern in den Eimer. Da müffelt es so vor sich hin. Dafür gibt es praktische kleine Duschen, die zum hinten durchputzen gedacht sind, aber mindestens genau so gut zum abspritzen der Örtlichkeit vor und nach dem Geschäft funktionieren. Naja, man gewöhnt sich mit der Zeit daran kein Klopapier zu haben.

An die Duschen, den stinkenden Müll und das Becken, in dem eine Woche lang ein blauer Zahnputzbecher einsam seine Runden gedreht hat, wollten wir uns nicht gewöhnen. Wir waren trotzdem mindestens zwei mal duschen am Tag. 

Der Feuerkoch von Phuket City 

Nach einem etwas ausgedehnteren Nickerchen von einigen Stunden, hatten wir richtigen Hunger. In direkter Nachbarschaft waren alle Garküchen und die Essensstände nur mit Fleisch, also mussten wir einige Meter durchs nächtliche, unbekannte Phuket. Die Straßenhunde wollten zwar nichts von uns, aber in Rudeln waren sie Jana schon etwas ungeheuer. Nach einigen Küchen ist uns der Feuerkoch ins Auge gefallen. Er hat richtig Spaß daran, seine Küche anzuzünden, wie ihr im Titelbild sehen könnt. Er hat uns auch den Abend gerettet mit zwei mal gebratenem Reis mit Gemüse für 50 Baht. Wasser auf Eis und Feuershow gab es umsonst.

Die Nächte in Phuket Town

Nicht nur der erste Eindruck der Unterkunft war unangenehm. Auch die Nächte in Phuket City waren derb.Direkt vor dem Gästehaus ist ein kleiner Bremshügel, der seinen Zweck verfehlt. Er wird zum Schanzen benutzt, Anlauf dazu gibt es direkt vor unserem Fenster. Wer noch nie in Thailand war: Mofas und Roller können laut sein, sehr laut, nachts sogar noch lauter. Manchmal dachten wir, draußen würde ein Motorradrennen stattfinden.

Die Polizei von Phuket hat zwar ihre gesamten Gebäude von der Touristen Polizei bis hin zur Forensik an dieser Straße entlang, aber die Verkehrspolizei ist selten zu Hause, sondern nimmt am Patong-Beach rollerfahrenden Touristen etwas Geld ab. Im Artikel Roller fahren in Thailand schreiben wir dazu ausführlich. Für alle, die Spaß auf zwei Rädern haben, ob Skooter oder Fahrrad.

Oh, aber das war nicht alles an Geräuschkulisse. Unsere Nachbarin hat sich nach kurzer Absprache lautstark mit einem italienischen Mitbewohner vergnügt. Sie hatte öfters Vergnügen mit Gästen direkt hinter der dünnen Wand im Nebenzimmer und zuletzt waren da noch die Handywecker um jede erdenkliche Uhrzeit, von weiterreisenden oder den Thais, die im gegenüberliegenden Krankenhaus Dienst hatten. Klingelten manchmal eine Ewigkeit, wahrscheinlich weil sie selbst Ohropax benutzen. Abendliches Thai-TV und Gerüche der eigentlich verbotenen Zimmer-Küchen hatten wir übrigens auch.

Positiv bleiben 

Wir möchten uns auch nicht zu viel beschweren, es war nach unserer tollen Unterkunft einfach ein Schock und wir waren enttäuscht vom Personal. Auf der anderen Seite schätzen wir, wie gut es uns geht. Wir können weiterziehen, für andere Bewohner ist dieses Gästehaus ihr zu Hause. Es ist einer der günstigsten Unterkünfte in Phuket City und für viele die einzige Möglichkeit in der Nähe ihrer Arbeitsstelle wohnen zu können. Gerade für die jungen Frauen ist es eine Chance auf eine bessere Zukunft.

Das günstige und reichliche Frühstück war übrigens der Pluspunkt der Unterkunft. Es gab Reis mit Gemüse oder Tofu und – wir haben es leider zu spät bemerkt – etwas Fischsoße für 40 Baht . Wasser und Gewürze bekamen wir ebenfalls dazu. Im Artikel Essen in Thailand mehr zum Thema vegane und vegetarische Ernährung und was man macht, wenn es danebengeht.

Rang Hill und Wat Khao Rang Samakkhitham

Für unseren ersten Tempelbesuch in Thailand sind wir sehr früh aufgestanden. Erstens wollten wir das schöne Licht am Morgen auf Bildern festhalten und zweitens verbrennt man in den Mittagsstunden bei solchen Expeditionen viel zu schnell.

Von der Unterkunft ging es nur ein paar hundert Meter steil einen Berg hinauf zum Wat Khao Rang Samakkhitham. Einige Mönche wurden gerade mit dem Roller hochgefahren und ich kann es ihnen nicht übel nehmen, es ist auch um diese Uhrzeit schon ziemlich heiß.

Bevor wir die Treppe zum Tempel hochsteigen, ziehen wir uns in den Toiletten um. Ich habe zum Glück eine Zip-Off Hose und mein T-Shirt ist ausreichend. Wichtig ist, dass die Knie und Schultern bedeckt sind. Im Artikel Tempelbesuch haben wir einige Regeln und Tipps für euch zusammengefasst.

Phuket Rang Hill
Phuket Rang Hill

Unser Fazit und wie es weitergeht

Unserer Unterkunft in Phuket City hatte über das Frühstück hinaus positive Seiten. Der kurze Fußweg zu einem wunderschönen Tempel, dem Rang Hill Viewpoint und die zentrale Lage zu einem günstigen Preis. Besser gesagt es ist eine der billigsten Unterkünfte in ganz Phuket.

Für uns war diese Erfahrung bereichernd.  Sie hat uns beide abgehärtet, für das was noch kommt. Unser nächstes Abenteuer war die Weiterreise nach Ko Yao Noi mit dem Phuket Local Bus. Seid wieder dabei! Ein ausführlicher Artikel zum Wat Khao Rang findet ihr bei uns auch auf der Seite. 

Unsere ersten Tage als Digital Nomaden in Thailand

Wir sind gerade auf Weltreise gestartet. In unseren ersten Tagen in Thailand haben wir bereits einiges über thailändisches Essen, Moskitos, Geckos, schöne Pflanzen und leckere Früchte gelernt. Einige der ersten Erfahrungen in Thailand erzählen wir euch in diesem Artikel. Unsere ersten Tage auf Weltreise.

In Köln waren es noch Minusgrade. Wir hatten unsere Jacken und Pullover schon weggepackt, wurden dann aber mit einem schlecht organisierten Bustransfer zum Flieger gebracht und durften so nochmal kräftig bibbern. Der Flug mit Eurowings war ohne Überraschungen. Wie gebucht hatten wir auch eine vegane Zwischenmahlzeit und ein Abendessen an Bord. Für einen 200-Euro-Direktflug von Köln nach Phuket ein faires Paket.

Zehn Stunden später um 5:00 Uhr thailändischer Zeit (wir sind Deutschland 6 Stunden voraus in Thailand) sind wir in Phuket gelandet. Etwas übernächtigt, aber bereit für die ersten Schritte im neuen Leben als dauerreisende Backpacker und Travel-Blogger. Am Phuket Airport haben wir eine Flut an Tuk Tuks und Taxis erwartet, es standen aber lediglich ein paar Busse für unsere Mitreisenden bereit. Sie wohl alle einen Transfer vom Flughafen weg gebucht gehabt.

Das erste Frühstück

Unsere erstes Frühstück haben wir da eingenommen wo unsere Füße schlapp machten. Etwa nach der Hälfte des Weges kapitulierte Jana mit 27 Kilo Gepäck auf den Schultern. Ich hätte es mit meinen 30 Kilo noch 50 Meter weiter geschafft.

Aber so kamen wir zu unserer ersten Frühstückssuppe. Die thailändische Reissuppe Khao Tom Soup wird auf der Karte oft mit Porridge übersetzt. Eine Suppe kostete uns 40 Baht, ungefähr ein Euro. Ohne Ei oder Fleischeinlage ist die Suppe vegan und gibt richtig Power für den ganzen Vormittag. Den hohen Ingwer-Gehalt muss man zwar mögen, aber gesundheitlich kann man den Tag nicht besser starten.

Phuket Airport Breakfast Khao Tom Soup - Image Credit: Jana Brot, Catch Life
Phuket Airport Breakfast Khao Tom Soup – Image Credit: Jana Brot, Catch Life

In der gut sortierten Suppenküche gibt es frisches Trinkwasser und alles zum Würzen und Schärfen kostenfrei dazu. Ich habe hier die Chilli-Soße in der Nase. 

Unsere erste Kokosnuss

Als wir gegen 8:00 Uhr unserer ersten Unterkunft, dem Baan Rom Pruk ankamen, waren wir zuerst einmal die großen Rucksäcke los. Unser Zimmer sollte gegen mittag fertig sein, also sind wir erst einmal in Richtung Strand gelaufen und haben die Gegend erkundet. Der Weg führte uns direkt durch eine kleine Tempelanlage, danach ein paar Hostels und fünfhundert Meter weiter der Strand. Viel los war hier nicht, aber eine frische, gekühlte Kokosnuss gab es auf dem Weg. Wir haben inzwischen über 100 getrunken, aber an diesem Tag war es eine neue Erfahrung.

Durch die Öffnung der Kokosnuss passte nur ein Strohhalm. Jana wollte aber unbedingt an das Fruchtfleisch und so endete der Kampf in einem 1:0 für Jana. Wenn es um Essen geht, versteht sie keinen Spaß.

Die erste Kokosnuss schlürften wir übrigens ohne es zu merken im Sirinat Nationalpark. Vor 9:00 Uhr gab es weder eine Kasse noch Schranke und der Weg zum Naiyang Beach war fast menschenleer. Von der Einsamkeit an einem Strand, der so nah am Phuket Airport liegt, waren wir überrascht. Vom vorweihnachtlichen Flugbetrieb am Phuket Airport haben wir nicht viel mitbekommen. Die Geräusche der Wellen und des kleinen Urwalds überdecken den Fluglärm vollständig. Wir fanden den Naiyang Beach wunderschön und sind froh, dass wir an diesem schönen Ort gestartet sind.

Über den Sirinat Nationalpark und den Naiyang Beach lest ihr im folgenden Artikel bald mehr. Hier nur ein kleiner Einblick.

Unsere erste Unterkunft

Für die ersten Tage unserer Reise haben wir uns eine luxuriöse Unterkunft mit Klima und eigenem Bad gegönnt. Den Bungalow hatten wir bereits in Deutschland über Airbnb gebucht. Mit 25 Euro pro Nacht übersteigt das eigentlich unser komplettes Tagesbudget, aber wir wollten nach dem Flug erst einmal einen bequemen Start. Es ist in unseren drei Monaten Thailand die teuerste und zugleich sauberste Unterkunft geblieben. Wir haben es aber so genossen, dass wir drei Tage länger geblieben sind als geplant. Wir empfehlen das Baan Rom Pruk gerne weiter.

Die Terrasse vor unserem Bungalow haben wir am ersten Abend aber nur kurz genutzt. Die Moskitos waren sicherlich sehr erfreut so unerfahrene Opfer stechen zu dürfen. Uns hat es erstmal nach drinnen gezogen. In Kürze verraten wir euch in einem neuen Artikel was wir in den Monaten in Südostasien über die Moskitoabwehr gelernt haben.

Unsere Freunde, die Geckos

Hausgeckos gehören zu jedem guten Haus, sie schützen uns vor Moskitos

Also haben wir uns früh in unseren Bungalow zurückgezogen. Dort hatten wir nicht nur eine Glastür zum Zuziehen, sondern entdeckten auch zum ersten Mal unsere neuen Haustiere, an dessen Anwesenheit wir uns gerne gewöhnt haben.

Gecko in Phuket, Thailand Hausgecko
Gecko in Phuket, Thailand Hausgecko

Sie verschlingen täglich eine Vielzahl an Moskitos und wir sind ihnen so dankbar, dass sie im bald schon einen eigenen Artikel auf Catch-Life bekommen.

In der ersten Nacht hat es uns erst einmal ausgereicht, nach den kleinen Mitbewohnern zu googeln ähm zu ecosianen* und herauszufinden, dass sie uns nur Gutes wollen.

*Ihr wisst, wegen der Bäume

Unser Essen fast vergessen

Mittags haben wir uns für den schnellen Hunger etwas im Sirinat Nationalpark gegönnt. Fried Vegetables, also gebratenes Gemüse und Morning Glory mit Reis für zusammen 120 Baht, etwas über 3 Euro. Das Wasser war kostenfrei, ein Vorzug an den wir uns bei Straßenküchen nur allzu gerne gewöhnt haben. Über Morning Glory und Straßenküchen erzählen wir euch bald mehr.

Unser erstes Abendessen waren gebratene Nudeln mit Gemüse, vegetarischer Reis und zwei Eistee für ebenfalls 120 Baht auf dem Heimweg.

Am nächsten Morgen sollten wir aber noch günstigere Preise kennenlernen. Wir sind nur ein paar Hundert Meter gelaufen und haben für zwei Khao Tom Suppen, 1 kg Bananen, zwei Kaffee und vier süße Stückchen (mit unseren nicht vergleichbar) insgesamt 90 Baht bezahlt. Wie gut und günstig wir in den folgenden Tagen gegessen haben und vieles mehr über den Naiyang Beach, den Sirinat Nationalpark und die Umgebung erzählen wir euch im nächsten Artikel.

Fried rice pad thai - erstes thailändisches Abendessen
Fried rice pad thai – erstes thailändisches Abendessen
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