Obwohl Phuket Old Town im Herzen von Phuket Stadt liegt, hat das Viertel einen eigenen Artikel verdient. Erstens haben wir dort unsere Kokosnuss-Omi kennengelernt, die interessante Geschichten auf Lager hat. Zweitens gibt es am Wochenende eine Walking Street mit Streetfood bis zum abwinken. Ach und drittens ist es dort auch unter der Woche schön.

Von unserer Unterkunft oder besser Absteige, direkt gegenüber vom Phuket Hospital aus sind wir trotz duzender Angebote von Mototaxis in Richtung Old Town gelaufen. Es sind nur drei Kilometer und es gibt sogar Gehwege. Das war neu für uns. An manchen Stellen sind die Strommasten so gesetzt, dass man über den hohen Bordstein runter und danach wieder raufklettern musste, aber insgesamt war der Weg ohne Überraschungen.

Das Stadtbild von Phuket Old Town

Phuket Old-Town ist zu erkennen an den bekannten und liebevoll gepflegten Häusern. Sie sind geprägt vom portugiesischem Baustil und verleihen diesem Viertel seinen markanten Charakter. Alte Gebäude wurden restauriert und dienen heute als Museen oder Wohnhäuser.

In den Straßen befinden sich schöne Hostels, gehobene Gastronomie und natürlich unsere Kokosnuss-Omi, die wir aber erst später kennengelernt haben. Es gibt auch alte Häuser im chinesischem Stil, die genau ins Stadtbild passen.

In den Straßen der Altstadt findet man sogar noch echte Handwerkskunst, wie die alten Druckereien oder Ateliers. Phuket Old Town steckt voller Geschichte und ist einen Besuch wert, wenn man etwas anderes von Phuket sehen möchte. Unter der Woche ist wenig los und die Stadt lädt zum verweilen ein.

Portuguese buildings in Phuket Old Town
 Gebäude im portugiesischem Stil in Phuket Old Town

 Essen und Shopping in Old Town

Schon in den Straßen vor Old Town reihen sich die Einkaufsmöglichkeiten aneinander und an jeder Ecke bekommt man einen Snack oder Shake. Nicht nur die Läden sind hübsch, sondern auch die angebotenen Produkte. Es wird viel Wert auf Handgemachtes gelegt. Batikklamotten, selbstgeschnitze Seifen, verzierte Kokosnussschalen und vieles mehr gibt es zu kaufen. Alles ohne aggressives Werben. Das findet in Phuket Old Town gar nicht statt, selbst die Tuk Tuk Fahrer und Mototaxis sind sehr zurückhaltend.

Je weiter es in Richtung Mitte des Viertels geht, desto höher werden selbstverständlich die Preise. Die Restaurants sind für uns Backpacker etwas zu teuer, aber die Lokale sahen sehr schön aus und waren genau wie die anderen Häuser in Old Town aufwendig renoviert. Wir verbrachten hier gerne ein paar entspannte Stunden.

Kein Vergleich dazu ist es am Wochenende, besonders am Sonntag. Dann wird die Thalang Road abgesperrt und dafür ein großer Markt eröffnet. Bekannt auch als die Walking Street.

Wat Mongkol Nimit

Der buddhistische Tempel in Phuket Old Town Wat Mongkol Nimit befindet sich wie viele Tempel in Südostasien direkt neben einer Schule. Wer ihn nachmittags zum Schulschluss besucht, erlebt die quirligsten und chaotischsten Momente des Tages. Ein spitzenmäßiges Unterhaltungsprogramm mit viel lachenden und neugierigen Kindern.

Wat Mongkol Nimit

Buddhistischer Tempel in Phuket Old Town

Link

Der Tempel selbst war nichts besonderes, uns hat aber die Atmosphäre dort sehr gut gefallen. Das Miteinander von Mönchen, Eltern und Kindern fanden wir inspirierend.

Die beste Kokosnuss in Phuket Old Town

Nach dem Besuch des Tempels entschieden wir uns wieder in die Stadt zu laufen. Der Weg war uns nicht unbekannt, aber wir wurden auf einen witzigen Stand am Straßenrand aufmerksam. Eine dekorierte Kokosnuss mit Sonnenbrille. Als dann noch die Besitzerin mit einem Lachen vor uns stand, wussten wir: Hier trinken wir eine Kokosnuss.

Es war das erste Mal, dass wir einen Löffel dazu bekamen und ich kam mir etwas dämlich vor, dass ich sonst immer die Kokosnuss komplett zerlegt habe, obwohl sie super zum Löffeln ist. Serviert wurde sie uns von einer älteren Dame, die wir liebevoll unsere Kokosnuss-Omi nennen. Sie spricht perfekt Englisch und konnte sogar mit ein paar deutschen und russischen Sätzen beeindrucken. Eine wirklich belesene und sehr intelligente Frau, deren Geschichten und Weisheiten wir gerne hörten. Bis heute beherzigen wir ihren Rat:

Die Kokosnuss gehört zu den gesündesten Lebensmitteln die es auf dieser Welt gibt und steckt voller Vitamine und natürlicher Elektrolyte. Wir lieben Kokosnuss bis heute und können uns gar nicht vorstellen, mal in Ländern unterwegs zu sein, in denen es keine Kokosnüsse gibt.

„Stay healthy. Drink Coconut every day.“

Unsere Kokosnuss-Omi aus Phuket

Am Abreisetag von Phuket City machten wir uns erneut auf den Weg zu ihr, denn der Local Bus fährt von der Ranong Road, die in Phuket Old Town liegt. Wir genossen nicht nur eine letzte leckere Kokosnuss, sondern noch den extra Service, dass sie den Bus für uns an der Straße anhält. Mit unserem schweren Gepäck wirklich eine Wohltat, aber auch ein neuer Eindruck wie das hier in Thailand läuft. Einfach den Bus abpassen und einsteigen. Vorausgesetzt man kann Thai lesen, ansonsten sollte man doch lieber zur Busstation laufen.

Der Sirikit Park und das B Cat Cafe

Der Sirikit Park liegt direkt um die Ecke und wurde zu Ehren der Königin erbaut. Wir sind eigentlich eher zufällig auf dem Weg zur Post – ein Paket aus Thailand nach Deutschland zu verschicken ist eine eigene Geschichte – vorbeigelaufen und haben die Chance genutzt ein paar Minuten dort Rast zu machen und den berühmten Drachen mit der Flosse auf uns wirken zu lassen.

Nur ein paar Meter weiter haben wir das nächste Highlight entdeckt. Das B Cat Cafe ist einer der besonderen Orte in Phuket Old Town. Es gibt neben Kuchen und Kaffee auch Thai Food dort, was alles nebensächlich ist. Denn im B Cat Cafe leben wie der Name schon sagt in etwa 30 Katzen.  Da wir früh zur Post wollten, hatte das Katzenhaus leider noch geschlossen und wurde gerade geputzt. Dafür konnten wir den Katzen hinter der Scheibe zuschauen, wie sie kollektiv einem Wasserstrahl hinterherschauen.

Das hat uns eine Weile so gut unterhalten, dass wir später nochmal hin wollten. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass uns unser Paket doch etwas länger beschäftigen würde.

Allen Katzenliebhabern sei also ein Besuch nach 11:00 Uhr ans Herz gelegt, außer Montags da ist Ruhetag im B Cat Cafe in Phuket Town. Einen interessanten Artikel über das Katzenhaus findet Ihr auch auf Phuket.com.

Das war es nun in Phuket. Trotz unserer kargen Unterkunft hatten wir eine tolle Zeit mit schönen Erlebnissen. Jetzt geht es mit dem Local Bus an den Pier und von dort aus mit dem Longtailboot auf unsere erste Insel Ko Yao Noi. Ich hoffe ihr seid wieder mit dabei.

Vom Traumstrand zum Albtraum

Vom Naiyang Beach ging es weiter nach Phuket City. Wir wollten nach den gemütlichen Strandtagen etwas mehr Action. Aber vor allem haben uns die Tempel, die berühmten Strände Patong und Karon Beach sowie Phuket Old Town interessiert. Doch schon bei der Ankunft waren wir ein kleines bisschen geschockt.

Die Fahrt nach Phuket City dauerte fast eine Stunde, war sehr komfortabel und mit 500 Baht außerordentlich fair, die unsere Gastgeberin im Baan Rom Pruk dafür berechnet hat. Diesen Preis wird man direkt am Flughafen wahrscheinlich nicht bekommen, etwa 600-800 Baht sollten üblich sein. Der Airport-Bus hätte uns für 200 Baht gebracht. Vom Bus-Terminal zum Hostel in der glühenden Hitze eine Stunde mit vollem Gepäck, das haben wir uns aber lieber auf diese Weise erspart. Noch sind wir ja am eingewöhnen.

In Phuket City erwarten uns erst einmal einige Überraschungen. Zum ersten mal asiatisches Stadtleben mit Straßenhunden, Lärm und Gestank war schon viel für Jana. Aber die größte Überraschung war unsere neue Unterkunft, die wir hier nicht namentlich nennen möchten. Vorweg, wir sprechen unseren Gastgebern in Phuket City keine Empfehlung aus.

Die Absteige

Der Eingang zum Hotel ging durch das Restaurant, in dem keine Menschenseele zu sehen war. Dafür wurde einem schlecht von dem üblen Geruch, den wir zuerst nicht zuordnen konnten. Erst später am Abend haben wir die vergammelte Durian entdeckt, die ihrem Namen „Stinkfrucht“ zur Ehre diesen ekelerregenden Gestank im ganzen Haus verteilte.

Etwas widerwillig und lustlos führte uns ein Junge zu unserem Zimmer. Auf den ersten Blick war der Raum sauber. Er enthielt nicht mehr als eine Matratze, einen Mülleimer, eine wackelige Kleiderstange und einen Wandventilator. Also haben wir eingecheckt und unsere Gastgeberin und Taxifahrerin dankbar verabschiedet. Sie war noch so lange bei uns geblieben um sicher zu gehen, dass wir gut versorgt sind. Liebe Menschen im Baan Rom Pruk. Unsere ersten Gastgeber am Naiyang Beach können wir wirklich empfehlen.

Unser Zimmer in Phuket City

Die auf dem Boden liegende Matratze ist mit ungewaschener Bettwäsche überzogen. Der muffige Geruch und die Flecken sind nicht gerade einladend. Wir beschließen für ein erstes Nickerchen mal die Hüttenschlafsäcke rauszuholen. Genau dafür haben wir sie gekauft. Die Hitze im Raum ist übel, also zuerst auf die Toilette und abduschen.

Die Toiletten sind für uns Europäer gewöhnungsbedürftig. Es gibt kein Klopapier und wenn man welches hätte, dürfte man es nicht in die Schüssel werfen, sondern in den Eimer. Da müffelt es so vor sich hin. Dafür gibt es praktische kleine Duschen, die zum hinten durchputzen gedacht sind, aber mindestens genau so gut zum abspritzen der Örtlichkeit vor und nach dem Geschäft funktionieren. Naja, man gewöhnt sich mit der Zeit daran kein Klopapier zu haben.

An die Duschen, den stinkenden Müll und das Becken, in dem eine Woche lang ein blauer Zahnputzbecher einsam seine Runden gedreht hat, wollten wir uns nicht gewöhnen. Wir waren trotzdem mindestens zwei mal duschen am Tag. 

Der Feuerkoch von Phuket City 

Nach einem etwas ausgedehnteren Nickerchen von einigen Stunden, hatten wir richtigen Hunger. In direkter Nachbarschaft waren alle Garküchen und die Essensstände nur mit Fleisch, also mussten wir einige Meter durchs nächtliche, unbekannte Phuket. Die Straßenhunde wollten zwar nichts von uns, aber in Rudeln waren sie Jana schon etwas ungeheuer. Nach einigen Küchen ist uns der Feuerkoch ins Auge gefallen. Er hat richtig Spaß daran, seine Küche anzuzünden, wie ihr im Titelbild sehen könnt. Er hat uns auch den Abend gerettet mit zwei mal gebratenem Reis mit Gemüse für 50 Baht. Wasser auf Eis und Feuershow gab es umsonst.

Die Nächte in Phuket Town

Nicht nur der erste Eindruck der Unterkunft war unangenehm. Auch die Nächte in Phuket City waren derb.Direkt vor dem Gästehaus ist ein kleiner Bremshügel, der seinen Zweck verfehlt. Er wird zum Schanzen benutzt, Anlauf dazu gibt es direkt vor unserem Fenster. Wer noch nie in Thailand war: Mofas und Roller können laut sein, sehr laut, nachts sogar noch lauter. Manchmal dachten wir, draußen würde ein Motorradrennen stattfinden.

Die Polizei von Phuket hat zwar ihre gesamten Gebäude von der Touristen Polizei bis hin zur Forensik an dieser Straße entlang, aber die Verkehrspolizei ist selten zu Hause, sondern nimmt am Patong-Beach rollerfahrenden Touristen etwas Geld ab. Im Artikel Roller fahren in Thailand schreiben wir dazu ausführlich. Für alle, die Spaß auf zwei Rädern haben, ob Skooter oder Fahrrad.

Oh, aber das war nicht alles an Geräuschkulisse. Unsere Nachbarin hat sich nach kurzer Absprache lautstark mit einem italienischen Mitbewohner vergnügt. Sie hatte öfters Vergnügen mit Gästen direkt hinter der dünnen Wand im Nebenzimmer und zuletzt waren da noch die Handywecker um jede erdenkliche Uhrzeit, von weiterreisenden oder den Thais, die im gegenüberliegenden Krankenhaus Dienst hatten. Klingelten manchmal eine Ewigkeit, wahrscheinlich weil sie selbst Ohropax benutzen. Abendliches Thai-TV und Gerüche der eigentlich verbotenen Zimmer-Küchen hatten wir übrigens auch.

Positiv bleiben 

Wir möchten uns auch nicht zu viel beschweren, es war nach unserer tollen Unterkunft einfach ein Schock und wir waren enttäuscht vom Personal. Auf der anderen Seite schätzen wir, wie gut es uns geht. Wir können weiterziehen, für andere Bewohner ist dieses Gästehaus ihr zu Hause. Es ist einer der günstigsten Unterkünfte in Phuket City und für viele die einzige Möglichkeit in der Nähe ihrer Arbeitsstelle wohnen zu können. Gerade für die jungen Frauen ist es eine Chance auf eine bessere Zukunft.

Das günstige und reichliche Frühstück war übrigens der Pluspunkt der Unterkunft. Es gab Reis mit Gemüse oder Tofu und – wir haben es leider zu spät bemerkt – etwas Fischsoße für 40 Baht . Wasser und Gewürze bekamen wir ebenfalls dazu. Im Artikel Essen in Thailand mehr zum Thema vegane und vegetarische Ernährung und was man macht, wenn es danebengeht.

Rang Hill und Wat Khao Rang Samakkhitham

Für unseren ersten Tempelbesuch in Thailand sind wir sehr früh aufgestanden. Erstens wollten wir das schöne Licht am Morgen auf Bildern festhalten und zweitens verbrennt man in den Mittagsstunden bei solchen Expeditionen viel zu schnell.

Von der Unterkunft ging es nur ein paar hundert Meter steil einen Berg hinauf zum Wat Khao Rang Samakkhitham. Einige Mönche wurden gerade mit dem Roller hochgefahren und ich kann es ihnen nicht übel nehmen, es ist auch um diese Uhrzeit schon ziemlich heiß.

Bevor wir die Treppe zum Tempel hochsteigen, ziehen wir uns in den Toiletten um. Ich habe zum Glück eine Zip-Off Hose und mein T-Shirt ist ausreichend. Wichtig ist, dass die Knie und Schultern bedeckt sind. Im Artikel Tempelbesuch haben wir einige Regeln und Tipps für euch zusammengefasst.

Phuket Rang Hill
Phuket Rang Hill

Unser Fazit und wie es weitergeht

Unserer Unterkunft in Phuket City hatte über das Frühstück hinaus positive Seiten. Der kurze Fußweg zu einem wunderschönen Tempel, dem Rang Hill Viewpoint und die zentrale Lage zu einem günstigen Preis. Besser gesagt es ist eine der billigsten Unterkünfte in ganz Phuket.

Für uns war diese Erfahrung bereichernd.  Sie hat uns beide abgehärtet, für das was noch kommt. Unser nächstes Abenteuer war die Weiterreise nach Ko Yao Noi mit dem Phuket Local Bus. Seid wieder dabei! Ein ausführlicher Artikel zum Wat Khao Rang findet ihr bei uns auch auf der Seite. 

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