Einsame Trauminsel bei Phuket

Auf der kleinen Trauminsel Ko Yao Noi lässt es sich leben. In unserer kleinen Holzhütte in den Namtok Bungalows kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Namtok bedeutet Wasserfall, für den es aber viel zu trocken war. Es tröpfelte nur.

Ko Yao Yai ist bereits als paradiesisches Urlaubsziel bekannt, was sich in den Preisen niederschlägt. Deshalb haben wir uns für die kleinere Insel Ko Yao Noi entschieden, die erst seit wenigen Monaten täglich mit Speedboat und Longtail-Boot angefahren wird. Ko Yao Noi ist daher nicht nur günstiger, sondern auch touristisch unerschlossen und ursprünglicher. So war auch unsere Anreise.

Die Fahrt nach Ko Yao Noi

Die Fahrt began in Phuket Old Town mit dem Local Bus, in dem kaum Touristen unterwegs sind. Für 50 Baht pro Person (ca. 1,30 Euro) sind wir von der Stadtmitte an den Bang Rong Pier gefahren. Die halbstündige Fahrt in dem offenen Gefährt war erlebnisreich. Immer wieder sind vom Straßenrand Fahrgäste eingestiegen, die größere Einkäufe, wie einen Flachbildschirm, Reifen oder auch genügend Fliesen um ein Bad zu kacheln in den Bus hievten. Mit Händen und Füßen kam sogar eine Unterhaltung zustande.

Local Bus
Local Bus

Das Boot vom Bang Rong Pier nach Ko Yao

Am Bang Rong Pier haben wir das Longtail-Boot leider verpasst. So mussten wir anstatt der gemütlichen und traditionellen Variante mit dem brandneuen, kleinen Speedboat übersetzen. Da das Boot tatsächlich stellenweise abhebt, um dann wieder mit voller Wucht auf die See zu knallen, war ich von der Fahrt ziemlich mitgenommen.

Am Manoh Pier angekommen wollte ich von den Mitfahrgelegenheiten erst einmal gar nichts wissen. Mir war es nach Laufen, auch wenn Alf und alle vorbeifahrenden Songthaews mir davon abrieten. Ein Songthaew ist übrigens ein Pritschenwagen, auf dem Sitzbänke montiert wurden. Wir sagen auch oft großes Tuk Tuk dazu, weil wir Songthaew immer noch nicht richtig aussprechen können.

Der Weg in die Stadt von Ko Yao Noi

Nach schweißtreibenden drei Kilometern erreichten wir den Market. So wird das Inselzentrum mit seinen 50 Häusern offiziell genannt. Zur Stärkung haben wir uns erstmal eine Tom Ka Suppe gegönnt. Während der Essenspause kam der Wunsch in uns auf, die weiteren fünf Kilometer nicht zu Fuß zurückzulegen. Da bei 35 Grad Mittagshitze keine Menschenseele auf der Straße zu sehen war, stellten wir uns mit unseren großen Rucksäcken einfach an den Straßenrand und warteten. Unsere Planlosigkeit ging auf und es sprach uns ein älterer Herr auf seinem Roller an. „Wait, wait“ sagte er und ist wieder davon gedüst. Nach drei Minuten war er mit einem Tuk Tuk wieder bei uns. Ich war zuerst nicht überzeugt davon, das diese Konstruktion uns und unsere vier Rucksäcke sicher an das andere Ende der Insel bringen würde. Als Alf meinte „Laufen oder Einsteigen?“ gab ich mir einen Ruck.

Meine erste Tuk Tuk Fahrt wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich bin zwar ein Angsthase, aber auch Alf hat zwischendurch große Augen gemacht, als das Tuk Tuk bergabwärts ziemlich heftig auf dem Boden aufgesetzt hat. Unser Fahrer trug übrigens Helm, wir nicht. Das hat mich zusätzlich verunsichert. Er nahm meine Angst jedoch sehr gelassen und fuhr sehr routiniert weiter. Alf hatte derweil Spaß und meinte, dass 200 Baht für Transport und Achterbahn echt fair wären. Ach was erzähl ich den, fahrt doch einfach mit uns. Unsere GoPro Fusion hat alles für euch als 360 Grad Video aufgezeichnet.

-Video-


Namtok ohne Nam

Ich war heilfroh als wir unversehrt an unserer Unterkunft, den Namtok Bungalows ankamen. Nam bedeutet Wasser in Thai und ein Namtok ist ein Wasserfall. Dies erfuhren wir jedoch relativ spät, denn von dem Namtok, der sich neben uns befand, sah und hörte man nichts. Wir suchten auch nach ihm, aber mussten leider feststellen, dass er zu diesem Zeitpunkt ausgetrocknet war. Er tröpfelte nur.

Die Anlage von unserer Unterkunft war wirklich schön und vor allem grün und lebendig. Keine gepflasterten Wege und Nachts hört man nur den Dschungel und die Tiere. Für uns eine ganz neue Erfahrung und besonders aufregend. Wir sind beide sehr naturverbunden. Wir haben uns schon lange vorher gefreut hierher zukommen und wurden nicht enttäuscht. Unser Gastgeber lag oft in der Hängematte und das machten wir ihm gerne nach. Ein tolles Lebensgefühl und wir wussten, hier sind wir richtig.

Namtok Bungalow Anlage in Ko Yao Noi
Namtok Bungalow Anlage in Ko Yao Noi

Unser Bungalow in Ko Yao Noi

Namtok Bungalow in Ko Yao Noi,Unser Badezimmer im Namtok Bungalow,Unsere schöne Hütte bei Nacht, Unsere hübsche Dschungelcamp-Hütte auf Ko Yao Noi

Da ich selbst davor nie Campen oder Zelten war, musste ich mich erst an die offene Bauweise unserer Hütte gewöhnen. Vor allem das luftige Bad samt Toilette und eiskalter Dusche war gewöhnungsbedürftig. Tiere aller Art sind da natürlich inklusive.

Dank Moskitonetz über dem Bett konnten wir trotzdem ungestört schlafen, aber außerhalb dieser Sicherheitszone war ich ein sehr beliebtes Opfer dieser kleinen Plagegeister. Ich hatte teilweise heftige allergische Reaktionen von den Stichen. Alf hatte mehr Glück, er wurde fast nie gestochen. Es stimmt also, der beste Mückenschutz ist ein Reisepartner der dauernd gestochen wird. Wenn wir damals schon mehr über Moskitoabwehr gewusst hätten, wär mir so mancher Stich erspart geblieben.

Trotzdem haben wir unsere eigene Terasse mit Hängematte direkt am kleinen See jeden Tag genutzt, vor allem um frische Kokosnuss zu schlürfen, die wir direkt von der Palme neben dem Haus ernten konnten. Auch Trinkwasser konnte man im Namtok kostenlos nachfüllen. Das spart insgesamt ziemlich Geld und reduziert den Plastikmüll. Die Namtok Bungalows empfehlen wir sehr gerne weiter. Wer Natur und Ruhe sucht wird sie hier finden.

In so ’ner Hängematte baumelt auch die Seele gut.

Alf beim Baumeln

Roller oder Radtour auf Koh Yao Noi?

Die Insel ist nicht besonders groß und daher entschieden wir uns anstatt des Rollers lieber zwei Mountainbikes zu mieten. Ein Roller hätte uns für einen ganzen Tag 250 Baht gekostet, die zwei Fahrräder 400 Baht. Da es aber recht ordentliche Mountainbikes waren, fanden wir den Preis für einen Tag in Ordnung. Leihen konnten wir die Bikes in einem kleinen Souvenierladen am Tha Khao Pier nur 500 Meter vom Namtok entfernt. Die Vermieterin gab uns noch Tipps auf den Weg. Die empfohlenen Reisfelder waren leider ähnlich ausgetrocknet wie der Wasserfall, aber der Blick über die grünen Hügel der Insel war toll.

Am Straßenrand sahen wir neben freilaufenden Kühen auch viele Gummibäume und Kokosnusspalmen. Kautschuk, Kokosnüsse und die Fischerei sind neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner, die übrigens ausnahmslos sehr hilfsbereit und freundlich sind. Wir wurden auf der Insel mehrfach auf dem Pickup mitgenommen, ohne dass die Fahrer je einen einzigen Baht dafür akzeptiert hätten.

So ursprünglich und besucherfreundlich haben wir uns die kleine Insel nahe dem Touristenmagnet Phuket gar nicht vorgestellt.

Nach einigen Steigungen haben wir dann ziemlich verschwitzt den Market erreicht. Dort findet man nicht nur Shops und kleine Restaurants, sondern auch ein Tattoostudio, das uns beiden sofort gefallen hat.

Alf hat sich vor allem für ein traditionelles Bambus-Tattoo interessiert, während mein filigranes Wunschmotiv mit Schattierungen besser mit Maschine gestochen werden sollte. Wir haben gegen eine Anzahlung gleich einen Termin am nächsten Tag bekommen. Das Ergebnis seht ihr im Artikel Machine vs. Bamboo.

Nach einer Stärkung fuhren wir weiter an der Küste entlang. Vom Südzipfel der Insel kann man sehr gut den Traumstrand auf Ko Yao Yai sehen. Von dort aus fahren auch Taxiboote ab 50 Baht pro Person an den weißen Traumstrand, aber das hatten wir zeitlich nicht eingeplant. Außerdem war es wahnsinnig heiß und unsere Trinkreserven gingen zuneige.

Kleine Führung im heimischen Garten

Grund für unseren nächsten Stopp mit einer angenehmen Überraschung. Im Coffee Time by Amalena gab es zu den bestellten Eistees nicht nur eine Führung durch den riesigen Garten. Die stolze Besitzerin hat uns noch von allen erdenklichen Früchten probieren lassen. Einige davon konnten wir sofort bestimmen. Wir müssen aber zugeben, dass wir bis heute nicht alle Versucherlen bestimmen können.

Der Garten war einfach wundervoll. Die nette Dame hat uns noch einige Sträucher gezeigt und mit Handbewegungen verständlich gemacht, dass man die Früchte nicht essen kann. Jedoch sind es die Lieblingspflanzen von Schmetterlingen. Ich war vollends verzaubert. Was für eine tolle Frau.

Sollten wir nochmal auf Ko Yao Noi landen, dann ganz sicher auch in einem Bungalow im Amalena. Ach, und wie ihr gerade vielleicht herausgehört habt. Wir haben uns ganz prächtig miteinander unterhalten, obwohl die freundliche Gastgeberin nicht ein einziges Wort Englisch oder Deutsch konnte. Wirklich alles ganz easy auf Ko Yao Noi.

Saubere und leere Traumstrände

Unser letzte Etappe ging dann an den Hauptstränden der Insel vorbei, vor allem dem wunderschönen Klong Jark Beach. Obwohl hier bereits einige Hotels und Resorts eröffnet haben, sind die sauberen Traumstrände menschenleer. Hier findet man wirklich noch unberührtes Paradies und ungetrübten Badespass.

Wir haben das damals etwas zu selbstverständlich genommen, aber nach duzenden Inseln mit vermüllten Stränden sehen wir es fast schon als ein Wunder, dass Ko Yao Noi so sauber ist.

Ich denke dieses Paradies sollte man besuchen, solange es noch nicht verbaut ist. Wie wir auf der Insel von einem deutschen Hotelmanager erfahren haben, lässt der Massentourismus auch hier nicht mehr lange auf sich warten. Wäre dem nicht so, hätten wir niemals einen Artikel über Ko Yao Noi geschrieben, sondern das kleine Paradies für uns behalten.

Das war es schon wieder. Die Woche ging viel zu schnell rum. Wir hätten ohne zu zögern verlängert, aber wir möchten auch nicht träge werden, sondern weitere Trauminseln besuchen. Als nächstes steht deshalb eine Bambushütte im Dschungel auf Ko Lanta auf unserem Reiseplan. Wir hoffen Ihr seid wieder mit dabei.

Unsere Hütte in Ko Yao Noi
Unsere Hütte in Ko Yao Noi

Interessante Artikel über Ko Yao Noi zum weiterlesen

Ko Yao Noi wird auch bei Viel unterwegs als touristisch unerschlossene Insel beschrieben. Gerade weil das Paar etwas anders unterwegs ist als wir, ist der Artikel eine gute Ergänzung.

Einen weiteren Blogpost, der klar auf das kleine Inselparadies zeigt, findet ihr bei Kommwirmachendaseinfach. Bolle und Marco haben den Reise-Tipp für Ko Yao Noi mit schönen Urlaubsbildern garniert.

Einen tollen Überblick über Ko Yao Noi findet ihr bei Klick-Thailand. Der kleine Insel-Guide enthält Infos über die Strände und Sehenswürdigkeiten der kleinen Trauminsel.

>